2026-04-17

...everywhere you go, always take the wheather with you...

Meinen selbstauferlegten Pflichten als Freiwilliger, der von seinen Erfahrungen berichtet bin ich in letzter Zeit leider nur wenig nachgekommen. Auf der einen Seite gab es zu viel zu tun, auf der anderen Seite wollte man dann auch mal etwas anderes machen, als vor dem PC zu sitzen, wenn man dann mal nichts zu tun hatte. Jetzt habe ich endlich die Zeit gefunden euch auf den neusten Stand der Dinge zu bringen. In letzter Zeit hat sich viel getan. Der Sommer steht vor der Tür, drei Monate bin ich nun schon in Neuseeland, ein Viertel meines Dienstes habe ich hinter, anderthalb Monate in Mount Tabor noch vor mir, in weniger als zwei Monaten kommt mich Lukas besuchen, in gut 4 Monaten bin ich zurück von der großen Reise im neuen Projekt angekommen und dann ist schon mehr als die Hälfte des Jahres in Neuseeland um. Die Zeit scheint bis dahin im Flug zu vergehen, obwohl die erste Begeisterung für Land und Leute mittlerweile verflogen ist. Trotzdem fühle ich mich hier wohl und denke, dass ich halbwegs angekommen bin. Hundertprozent werde ich mich aber wohl nie auf das Land einlassen können, denn mit meinen Gedanken bin ich irgendwie immer in London und demnächst auch wieder in Bonn. Zum Glück möchte ich aber noch hinzufügen! Ohne diese wundervolle Person wäre diese Herausforderung nicht die, die sie ist. Danke dafür, ich liebe dich! Anfang Oktober stand der jährliche Housetrip von Number 7 auf dem Programm. Diesmal lautete das Ziel Kapiti Coast. Kapiti Coast ist, wie der Name schon sagt eine Küste, die sich nördlich von Wellington an der Westküste Neuseelands erstreckt. Die Fahrt verbrachten wir mit Lou Reed in den Ohren und passierten Hamilton, fuhren weiter bis zum Tongariro National Park, wo sich uns eine atemberaubende Sicht auf Mt. Ngauruhoe und Mt. Ruapehu eröffnete, weiter ging es durch Wanganui bis nach Paraparaumu. Als deutscher Automobilist war ich von den zahlreichen knietiefen Schlaglöchern und medizinballgroßen Felsbrocken auf der Fahrbahn ein wenig geschockt. Die Schafe auf der Straße muss man da schon gar nicht mehr erwähnen. Wie auch immer, wir sind dann heile in Paraparaumu, wo wir ein Ferienhaus gemietet haben, angekommen. Am ersten Abend habe ich mich direkt geschickt vor der Arbeit gedrückt und Michael und Simon, die in Waikanae arbeiten, haben mich abgeholt, um dann zusammen nach Wellington zu fahren. Dort sind wir dann das ein oder andere Bierchen trinken gegangen, haben endlos viel zu erzählen gehabt und ich habe mich gefreut die zwei seit mehr als zwei Monaten mal wieder zu sehen. Danke für den Abend an dieser Stelle! Den nächsten Tag haben Vince und ich mit Bier und Chips vor der Glotze verbracht. Rugby, Fußball, Formel 1 und V8 Bathurst boten unterhaltsames Programm und wir waren froh, die ganzen anderen mal vom Leibe zu haben. Zu einer Partie Dart im Garten am All Blacks Target und einem Spaziergang zum nahe gelegenen Paraparaumu Beach konnten wir uns dann doch aufraffen. Am nächsten Tag habe ich eine abenteuerliche Bootsfahrt nach Kapiti Island unternommen. Auf der Insel bin ich eine ziemlich anstrengende Wanderroute gelaufen. Eine Stunde bergauf, so steil, dass es verboten ist diese Route zum Abstieg zu wählen. Dann habe ich noch ein paar seltene Vögel beobachtet, habe die Aussicht auf den Ozean genossen und habe anschließend am Strand auf das Boot für die Rückfahrt gewartet. Die Woche hatte gut angefangen und konnte meiner Meinung nach auch so weiter gehen, das Treffen mit Michael und Simon und Kapiti Island waren absolute Highlights, aber leider gab es noch zahlreiche Treffen mit alten Bekannten der Hausbewohner und Sonstiges zu erledigen, so dass leider nicht mehr viel Zeit für weiteres Spektakuläres im Laufe der Woche blieb. Nach Wellington sind wir dann aber auch mal gefahren, die Zeit dort haben wir aber im Auto auf der Suche nach einem Parkplatz verbracht, die geplante Fahrt mit dem berühmten Cable Car fiel ins Wasser und das so angepriesene Nationalmuseum Te Papa hat mich ein wenig enttäuscht. Alles in allem ist Windy Welly aber eine schöne Stadt, wenn da nur nicht der fiese Wind wäre. Alles in allem war es ein schöner Trip und eine gelungene Abwechselung zum Alltag hier im Haus, aber allzu viel ist für mich dabei allerdings nicht herausgesprungen, aber ich war ja mit der Arbeit dort und im Dezember werde ich wieder dort sein, um Verpasstes nachzuholen. Einzig die Rückfahrt war noch spannend. Wir wählten eine andere Route als auf der Hinfahrt und es ging die berühmte Desert Road entlang. Schnurgerade durch die Steppe bei monsunartigen Regenfällen, so heftig, dass es keinen Unterschied machte ob die Scheibenwischer an oder aus waren. Dann haben wir noch einen kleinen Zwischenstopp am Lake Taupo, dem größten See Neuseelands eingelegt, bevor es weiter bis nach Auckland ging. Nach 500 Kilometer ohne Pause über Neuseelands Straßen war ich froh wieder zu Hause angekommen zu sein um direkt den Feierabend zu genießen während der Rest den Van in Anwesenheit von nörgelnden Behinderten entlud. Ich hatte eigentlich schon um fünf Uhr frei und hatte bereits zwei Überstunden im Auto verbracht. Irgendwann danach habe ich mit Michael aus Helensville noch einen kleinen zweitägigen Trip nach Norden unternommen, geschlafen haben wir im Kofferraum meines Autos auf einem Parkplatz irgendwo am Strand und dank meines Shampoo-Spar-Haarschnitts habe ich mir während einer kleinen Wanderung direkt einen schönen Sonnenbrand auf dem Kopf geholt, aber wie will man dort auch Sonnencreme auftragen. Es tut mir immer sehr gut dem Haus für ein oder zwei Tage zu entfliehen um gemütlich ein wenig von Neuseeland zu sehen. Mit unserem Trip haben wir alle Sehenswürdigkeiten zwischen Auckland, Warkworth und Wellsford abgeklappert. Ein sehr schöner Teil von Neuseeland und vor allem die wunderschöne Anchor Bay in der Nähe von Matakana hat uns echt fasziniert, leider sind wir aber ein wenig spät gekommen und haben die Delfine verpasst, mit denen einige Andere vor Ort gerade geschwommen sind. Mit Delfinen in freier Wildbahn an so einem wunderschönen Strand zu baden wäre echt unvorstellbar gewesen. Ansonsten habe ich in letzter Zeit noch ein Benefiz-Konzert zu Gunsten der Tsunami-Opfer auf Samoa besucht. 25 Künstler für 25 Dollar. Folglich habe ich jede Berühmtheit der neuseeländischen Musikszene live erlebt. Mit dabei waren neben viel zu vielen Gangster-Rappern auch Dave Dobbyn, die Finn-Brothers von Split Enz und ein Teil der All Blacks. Ähnliches Ereignis, nur noch ein wenig besser: Armageddon. Armageddon ist eine Comic-/Film-/Musik- und Spielemesse, auf die ich als Supportperson von einigen Behinderten mitgeschleppt wurde. Glücklicherweise, wie sich später herausstellte, denn neben überteuerten Herr-der-Ringe-Schwertern, fetten PlayStation-Cracks und sonstigem Riff Raff sollte ich auch auf Michael Winslow treffen. Michael Winslow ist vielleicht der beste Entertainer weltweit, der in der Rolle des Officer Larvell Jones den Police Academy Filmen eine prächtige Figur abgibt. Er ist auch als „Mann der 10.000 Sound-Effekte“ bekannt. Bei Langeweile oder schlechter Laune sind seine You-Tube-Videos sehr zu empfehlen. Michael Winslow stand jedenfalls auf der Bühne und stand Rede uns Antwort zu den Fragen aus dem Publikum. Welch bizarre Geräusch-Wünsche dabei herauskamen ist kaum vorzustellen, die Imitation dieser Geräusche überirdisch gut. Neue Photos habe ich auch wieder hochgeladen, finden tut ihr diese wie immer unter dem Link „Photos“ in der rechten Spalte unter meinem Profil. So viel von mir für heute, friert nicht ein im kalten Deutschland, ich geh dann mal Surfen.